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23. 3.2010 14:40h, 0 Kommentare
Der Bärlauch ist eine Pflanzenart aus der GattungAllium und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch er Bärlauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von etwa 20 bis 50 Zentimeter erreicht. Diese Art hat einen geraden, zwei- oder dreikantigen, aufrechten Stängel. Die Pflanze hat grundständige, langgestielte Laubblätter mit ei-lanzettförmigen Blattspreiten, die jeweils zwei bis fünf Zentimeter breit sind. Sein Geruch ähnelt dem des Knoblauchs, ist aber weniger stark ausgeprägt.Doldiger Blütenstand des Bärlauch (Allium ursinum).
Seine Blätter erscheinen ab Februar/März, er blüht von April bis Juni, und mit der Blüte endet die Erntezeit. Die 2 bis 3 Millimeter großen Samen des Bärlauchs haben kleine, fleischige Anhängsel, sogenannte Elaiosomen, die ihre Verschleppung durch Ameisenund die erfolgreiche Ausbreitung der Pflanzen sicherstellen (Myrmekochorie). Allerdings produziert nur etwa die Hälfte der Blüten fruchtbare Samen, da die Befruchtungsrate der Blüten gering ist. Als typischer Frühjahrsgeophyt beendet der Bärlauch seinen Wachstumszyklus Ende Mai nach dem Abblühen, und die Pflanze zieht wieder in die Erde ein.
Ausbreitung
Bärlauch breitet sich durch Anhaftungen von Lehmboden an Tierfüßen (Epizoochorie) aus. Er ist ein Kaltkeimer, die Samen müssen also eineFrostperiode durchlebt haben, bevor sie keimen. Trotz seiner langen Keimdauer von zwei Jahren vermehrt sich Bärlauch schnell über seine Zwiebeln und bildet so innerhalb weniger Jahre große Horste. Beim Anbau im Garten muss der Bestand daher gelegentlich eingedämmt werden.
Bedeutung
Bärlauch ist eine alte Heilpflanze und war schon den Germanen und Kelten bekannt. In jungsteinzeitlichen Siedlungen des Alpenvorlandes fand man erstaunlich häufig Überreste vom Bärlauch. Weil die Pflanze als Viehfutter wenig brauchbar ist (Tiere, die davon gefressen haben, geben ungenießbare Milch), ist es wahrscheinlich, dass die Menschen sie bereits vor 5000 Jahren in der Küche verwendeten.
Bärlauch in der Küche
Der Bärlauch ist eine altbekannte Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze, die seit einigen Jahren eine Renaissance erlebt. Die Pflanze ist zwar komplett essbar, genutzt werden aber vorwiegend die Blätter, frisch als Gewürz oder Gemüse in der Frühjahrsküche. Mittlerweile gibt es immer mehr Köche, die Bärlauch verwenden. In den Reformhäusern hat der Bärlauch in den letzten Jahren als Pesto Einzug gehalten.
Bärlauch verliert durch Erhitzen wertvolle Geschmackstoffe und büßt seinen hohen Vitamin-C-Gehalt ein. Vor allem werden durch die Hitzeeinwirkung die schwefelhaltigen Stoffe verändert, die für Geschmack und Heilwirkung maßgeblich sind. Daher wird empfohlen, Bärlauch lieber klein geschnitten und roh unter Salate oder andere Speisen zu mischen. Da Bärlauch das erste zu Jahresbeginn wachsende Kraut im Garten ist, kann er zunächst Schnittlauch oder Zwiebelkraut ersetzen.
Bärlauch wird auch zum Veredeln von Schnittkäse eingesetzt („Bärlauchkäse“).
Bärlauchblätter sollten vor dem Erblühen geerntet werden, da sie danach einen bitteren Geschmack annehmen und kaum genießbar sind.
Sammelhinweise
B 28;rlauch wird beim Sammeln immer wieder mit dem Maiglöckchen, den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlosen oder den meist ungefleckten Blättern jü ;ngerer Pflanzen des Gefleckten Aronstab verwechselt. Diese drei Pflanzen sind äußerst giftig, die Vergiftungen können tödlichsein. Verwechslungsgefahr besteht vor allem, weil der Bärlauch vor der Blüte gesammelt wird. Der "Knoblauchgeruch" beim Zerreiben der Blätter gibt einen guten Erkennungshinweis
Bärlauch in der Heilkunst
Der schweizerische Naturarzt und "Kräuterpfarrer" Johann Künzle schrieb über die Heilwirkungen des Bärlauches:
"Die Pflanze reinigt den ganzen Leib, treibt kranke [...] Stoffe aus, macht gesundes Blut, vertreibt und tötet giftige Stoffe. Ewig kränkelnde Leute, [...] und Rheumatische sollten den Bärlauch verehren wie Gold. Kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut [...]."[5]
Bärlauch enthält u.a. die Aminosäuren Allicin und Alliin sowie Vinylsulfid und das Ätherische Öl Lauchöl. Allicin wirkt im Magen antibakteriell. Daneben enthält Bärlauch Flavonoide, denen u. a. antibakterielle und antivirale Wirkungen zugeschrieben werden. Zudem sollen Flavonoide durch ihre blutgerinnungshemmende Wirkung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie in ihrer Eigenschaft als Antioxidant vor Krebs schützen. Weitere Bestandteile des Bärlauches sind Fructose, Proteine und Chlorophyll. Zudem ist es reich an Vitamin C: 100 g Bärlauch enthalten 150 mg Vitamin C; 50 g dieser Pflanze decken also den Tagesbedarf an Vitamin C.[6]
Zur Herstellung von Heilmitteln aus Bärlauch können alle Pflanzenteile (Blätter, Blüten, Stängel und Zwiebeln) verwendet werden. Wenn der Bärlauch aufgeblüht ist, gelten die Blätter nicht mehr als heilsam; wohl aber die Blüten. Über die tatsächliche medizinische Wirkung des Bärlauches liegen keine gesicherten Kenntnisse vor.